SchuB - Maßnahme |
Presseartikel Projekttage der SchuB – Gruppe 08 / 09: Mit SchuB soweit die Füße tragen
Zu Beginn des Schuljahres 2005/2006 wurde an der Erich Kästner Schule erstmals eine so genannte SchuB-Maßnahme eingerichtet. Der Name SchuB (Lernen und Arbeiten in Schule und Betrieb) steht für ein pädagogisches und didaktisches Konzept, mit dem auch schulmüde und abschlussgefährdete Schülerinnen und Schüler zu einem Hauptschulabschluss geführt werden können.
SchuB ist ein Förderprogramm des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Hessen. Auf Initiative des Hessischen Kultusministeriums wurde zu Beginn des Schuljahres 2004/2005 damit begonnen, SchuB an Hauptschulen einzurichten. In den folgenden Schuljahren wurde die Zahl der Standorte erweitert und SchuB wurde auch an Förderschulen und Gesamtschulen installiert.
Das SchuB-Konzept sieht eine Verknüpfung von Schule und beruflicher Praxis vor. Die Schülerinnen und Schüler gehen regelmäßig in einen Betrieb und arbeiten dort an ihren Praxistagen über das gesamte Schuljahr hinweg als Praktikanten. Die Jugendlichen können sich den Anforderungen des Arbeitsalltages stellen und sich in der Praxis bewähren. Nach Ablauf des SchuB-Schuljahres haben sie die Chance, von „ihrem“ Betrieb in Ausbildung genommen zu werden.
SchuB-Schülerinnen und Schüler erhalten im Unterricht und bei der Bewältigung lebensweltbedingter Probleme Unterstützung. Eine intensive sozialpädagogische Betreuung und eine individuelle Förderung sind integrale Bestandteile des SchuB-Konzeptes. Im Stundenplan der SchuB-Maßnahme an der EKS ist ein Soziales Kompetenztraining fest verankert. Diese Arbeitseinheiten tragen der Tatsache Rechnung, dass Betriebe und Firmen heutzutage neben schulischem Basiswissen und Allgemeinbildung immer mehr Wert auf so genannte Schlüsselqualifikationen wie Team- und Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit und Motivation legen.
Im Rahmen des Sozialen Kompetenztrainings hatte die Projektfahrt das Ziel:
„Wir wollen ein Team bilden.“
Die Motivation der Schülerinnen und Schüler war sehr hoch und alle nahmen an den außerschulischen Projekttagen teil. Die Gruppe, bestehend aus 18 Schülerinnen und Schülern, verbrachte 3 Tage auf einem Jugendzeltplatz im Flörsbachtal. Die größte Herausforderung für die Jugendlichen war die Organisation und Durchführung der Selbstversorgung. Teamfähigkeit wurde in Bezug auf die unterschiedlichsten Aufgaben eingefordert: Aufbau der Zelte, welcher durch strömenden Regen erschwert wurde, Zubereiten der gemeinsamen Mahlzeiten, Tischdecken und abräumen, abspülen. Besonders hart wurde es beim Reinigen der Duschen und Sanitäranlagen. Auch diese Herausforderung bewältigte die Gruppe. Es gab Mädchen und Jungs, die im Interesse aller bereit waren, die Abneigung gegen diese Arbeiten zurückzustellen.
Die Haltung, „was soll’s, auch diese Arbeiten müssen gemacht werden“ bekam einen anerkennenden Stellenwert in der Gruppe. Denn im Praktikum und später im Beruf wird es immer Teilbereiche der Arbeit geben, um die man „gerne herumkäme“, die jedoch nichtsdestotrotz erledigt werden müssen.
Die am 2. Tag bewältigte gemeinsame Wanderung von 10 km, die zum Teil über steil ansteigende Wege führte, ließ so manchen seine körperlichen Grenzen spüren. Am Abend war die Mehrheit der Ansicht: „Am Schönsten war, dass ich es geschafft habe!“
Nach einer gemütlichen Runde am Lagerfeuer erwartete die Schülerinnen und Schüler eine kleine Wanderung durch den stockdunklen Wald. In Sichtweite aufgestellte brennende Teelichter waren die einzige Orientierungshilfe. Der „Lichterpfad“ sollte in zweier Teams, die im Abstand von ungefähr 5 Minuten starteten, bewältigt werden. Die Jugendlichen sollten in der Gruppe einen Partner oder eine Partnerin finden, dem bzw. der genügend Vertrauen entgegen gebracht wurde, um mit ihm oder ihr durch den dunklen Wald zu marschieren. Nach langen Diskussionen und nach Abgabe der Taschenlampen hatten sich die Paare formiert und es konnte losgehen.
Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren stolz, dass sie die Lichterstecke bewältigt hatten und meinten, dass es gut war jemanden an der Seite gehabt zu haben, auf den man sich verlassen konnte und der geholfen hat die Angst vor der Dunkelheit zu überwinden.
Dass Teamarbeit und die Durchführung eines Projektes auch Spaß macht, wurde von den Schülerinnen und Schülern zum Abschluss der Projekttage mehrheitliche bestätigt. Die Aussage eines Schülers war: „Wenn mich am Ende der 8. Klasse jemand gefragt hätte, ob Schule auch Spaß machen kann, dann hätte ich nein gesagt. Jetzt in SchuB ist das anders, ich finde Schule toll.“
Am 21.08.08 ging es mit verstärkter SchuB-Kraft zurück nach Maintal-Bischofsheim.
Zum SchuB - Cast:
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Gertrud Lind
